„En Mickloch isch heit Kerwe“




Alte Traditionen werden immer noch hochgehalten

Während in manchen Orten die „Kirchweih“, oder im Dialekt zu sprechen, „Kerwe“, gar schon abgeschafft, oder deren Fortbestand in Frage gestellt wird, ist dieses Traditionsfest im Neckargemünder Stadtteil Mückenloch, immer noch von großer Bedeutung.


Schon seit 349 Jahren wird das Fest der Feste immer am ersten Mai-Wochenende, zünftig und nach altem Brauch, gefeiert. Natürlich haben sich auch im beschaulichen Mückenloch, im Laufe der Jahre, hinsichtlich des Kerwe-Feiern’s, Veränderungen ergeben, aber bei der   Einholung und Auslösung selbst, wird immer noch an  liebgewonnenen Traditionen festgehalten.

Bis im Jahre 1972 wurde das Fest in der Ortsmitte, und hier vor allem in den Gaststätten gefeiert, doch seit dem Bau  der  Kirchberghalle hat die Ortsverwaltung  die Ausrichtung  der Kerwe den örtlichen Vereinen übertragen. In diesem Jahr war Mückenlochs größter Verein, nämlich der  BSC, an der Reihe.
Die Eröffnung begann bereits am Samstagnachmittag, für jedermann gut hörbar, mit drei Böllerschüssen und dem anschließenden „Mückenlocher Abend“ (die RNZ berichtete bereits darüber).
Doch am Sonntag wurde gegen 13:00 Uhr unter der Begleitung der Trachtenkapelle die Kerwe eingeholt und anschließend vom Ortsvorsteher offiziell ausgelöst.

Natürlich durften hierbei auch die „Kerweborscht“ nicht fehlen, die vom Ortsvorsteher eine
angemessene Wegzehrung in Form von „Brot, Wurst und einem Krug Wein“, forderten.
Doch zuvor schwang Ortsbüttel Willi Wallstab, seine Glocke und informierte über so mancherlei Verfehlungen der Stadtverwaltung und der  Mückenlocher Bürger. So waren  in diesem Jahr unter anderem die Themen: „Funkmasten, Schlecker-KO, 30 – KMH – Zone in der Talstraße, sowie Wildschweine auf dem Sportgelände“ die Schwerpunkte. Der Bürgermeister bekam hierbei, wie schon so oft,  auch sein Fett ab, was er aber  mit einem freundlichen Lächeln quittiert hat.

Bedingt durch das schöne „Kaiserwetter“ haben diesem Ritual am vergangen Sonntag wieder  viele Mückenlocher Bürger,  sowie  Gäste aus nah und fern, beigewohnt. Anschließend ging es in die nahe gelegene „Kirchberghalle“, wo die Trachtenkapelle Mückenloch unter der Leitung von Karlheinz Dorner, zur Freude der Gäste mit gefälliger Blasmusik aufhorchen ließ.
Der Kerwe-Montag war  auch in diesem Jahr von Traditionen geleitet. Während um die Mittagszeit das beliebte Knöchelessen stattgefunden hat, wurden am Nachmittag, die von den  „Kerweborscht“  gesammelten Eier verkostet.
Am Abend bildete sich ein Trauerzug von der Kirchberghalle zum Feuerwehrhaus, wo letztendlich „Kerwe-Prinzessin Eulalia“, ihr würdiges Ende gefunden hat.



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Bericht: Robert Brenner

 
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