Segler

Segler renovieren mit großem Aufwand ihr Vereinsheim
- ehemaliges Schulgebäude bereichert den Neckarhäuserhof


Sicher hätten es sich die Altvorderen nicht vorstellen können, dass die ehemalige Schule
in dem Weiler Neckarhäuserhof rund 100 Jahre nach dem Bau, als Vereinsheim für Segler dienen wird. Ein Schulsaal von 30, sowie eine Lehrerwohnung mit 70 Quadratmetern, waren in dem aus Neckarsandsteinen gebauten Gebäude untergebracht. Bis Mitte der 50er Jahre wurde das Gebäude als Schule genutzt, bevor die Kinder vom Neckarhäuserhof in die neu erbaute Schule im hessischen Neckarhausen aufgenommen wurden. Dies hatte zur Folge, dass das robuste und immer noch sehr solide wirkende Gebäude, als Wohnraum genutzt wurde.
Als im Jahre 1973 die Hochseeseglervereinigung Heidelberg den Antrag auf Erstellung einer Steganlage auf dem Neckarhäuserhof  stellte, war damit auch die Bedingung einer Toilettenanlage verknüpft, welche außerhalb dem benachbarten Schulgebäude vorhanden war und zur Verfügung gestellt werden konnte. Nach dem die letzte Mieterin ausgezogen war, nutzte die damalige Vereinsführung die Gunst der Stunde und mietete das alte Schulhaus als Vereinsheim von der Stadt Neckargemünd an. Im Laufe der Jahre nagte natürlich mächtig der Zahn der Zeit an dem Gebäude, zu dessen überfälliger Renovierung die Stadt als Eigentümer, keine Mittel zur Verfügung stellen konnte. Im Jahre 2006 stellte der Verein einen Kaufantrag, dem der Stadtrat nach längeren Verhandlungen zustimmte, wobei das Gelände als Erbpachtgründstück, Eigentum der Stadt Neckargemünd bleibt. 
Schon kurze Zeit später hat sich die rührige Vorstandschaft um den 1. Vorsitzenden Friedhelm Ernst, mit einer umfangreichen Sanierung des Gebäudes auseinandergesetzt. In Bauabschnitt I wurde als erstes die überfällige  Dachsanierung in Angriff genommen, die inzwischen vollständig abgeschlossen ist. Im Moment sind unter den vielen Helfern vor allem Leute mit Geduld gefragt, welche die zeitaufwändigen Ausfugarbeiten an der Sandsteinfront ausführen. Dies ist dringend nötig um das Eindringen des Regenwassers zu verhindern. Als nächste Maßnahme ist die Verlegung einer neuen Dränage um das gesamte Gebäude vorgesehen.
Der 1. Vorsitzende ist sowohl von dem Spendenaufkommen und der Leistung von über 1000  freiwilligen Helferstunden seiner Mitglieder, positiv überrascht. Selbst weibliche Mitglieder ließen es sich nicht nehmen, sich als Hilfskraft bei den Dachdeckerarbeiten einzubringen und zu bewähren.
In Bauabschnitt II sind die Erneuerung der Fenster einschließlich  innere Wärmedämmmaßnahmen, die Erneuerung der Heizung / Sanitär- , sowie der Elektroanlagen, vorgesehen. Nach vorsichtigen Schätzungen dürfte sich der gesamte finanzielle Renovierungsaufwand bei etwa 120.000,-- Euro bewegen, die in den nächsten fünf Jahren aufzubringen und investiert werden sollen.
Mit dem Erhalt, des wohl schönsten und außergewöhnlichsten Gebäudes auf dem Neckarhäuserhof will der Verein nicht nur seinen vielen jugendlichen Mitgliedern für die Zukunft Heimat und eine Perspektive geben, sondern ist sich auch seiner Denkmal pflegenden Pflicht bewusst. Die Bürger dieses Kleinods am Neckar nehmen diese aufwändigen Renovierungen wohlwollend zu Kenntnis und freuen sich natürlich über den Erhalt ihrer ehemaligen Schule.

Robert Brenner